Mein Leuchtturm – Wie alles geschah

Wie kam ich auf die Idee einen Leuchtturm zu bauen? Ehrlich gesagt weiß ich es auch nicht mehr genau, aber es war die Zeit.

Unser Haus war fertig, der Hafen lief, Gas und Wasser hatte ich neu verlegt, da musste wohl ein neues Projekt her. Und so begab es sich in der Bierrunde, zu der mich die grauen Panther Herbst 2007 (das sind Rentnerfussballer die dem TUS Seelze kostenlos helfen) eingeladen hatten.

Bei lustiger Runde mit Bier und Korn, Rotkohl und noch mehr Bier, erzählte ich den Jungs von meiner Idee man könne doch mal einen Leuchtturm bauen. Je mehr wir getrunken hatten, wuchsen die Ideen zu diesem Projekt.

Wenn man dann oben sitzen würde und das Bier in luftiger Höhe trinken könne, waren wir uns einer Meinung. Das wäre doch was.

An folgenden Tagen erzählte ich Peter (Peter Simon) von meiner Idee. Er sagte er wollle Ausschau nach einem Silo halten. Im Sommer 2008, hatte ich gerade 4 Wochen Zeit und gerade nichts besseres zu tun. Da rief Peter an und sagte, er hätte einen Silo 10 m hoch, 3 m im Durchmesser und 5 t schwer. Da schluckte ich erstmal. Da hatte ich doch nicht mit gerechnet. Nun gab es kein zurück mehr. Eine Stunde später stand der Tieflader auf dem Hof. Den hatte Peter unterwegs abgefangen.

So, das war schnell abgeladen und die Ideen wuchsen schnell, wie man es doch machen könne. Da ich noch nie ein Leuchtturm gebaut hatte, tat ich mich erst mal schwer wo und wie ? Vater war nun regelmäßig wieder auf dem Winterlager und unternahm einige Besorgungen. Günter Kleiß, Didi und Fritz halfen mir immer dabei. Ohne meine grauen Panther hätte ich es nicht geschafft das sei hier schon mal gesagt.

Getrennt, gesägt, geschweißt und gestrichen – dann aufgerichtet. Das war mein schlimmstes Erlebnis mit unserem Gittermastkran und immer Gabelstapler darunter. Immer ein Stück höher bis er ganz oben war stellte ich mir die Frage was passiert, wenn er zur anderen Seite umfällt.

Allen Mut zusammen genommen (Danke Vater, den hab ich wohl von Dir und alles erlernte auch. Das kann nicht jeder Sohn von sich behaupten es waren auch harte Jahre des Schaffens). Nun den Hebel ganz langsam und das Ding blieb stehen, auweia! Nun stand er da in seiner vollen Höhe. Hilfe! – Ganz schön hoch!

Unser alter Gastank wurde umgeändert. Er sollte als Licht aufgebaut werden. Der alte Silotricher wurde als Dach aufgesetzt. Nicht ganz gerade, aber Metall macht was es will.

Der Turm diente nun erst mal 2 Jahre als unser Cafe. Jan kocht den besten ! 3 Uhr ist nun obligatorisch. In der Zeit bin ich rumgereist und hab mir Leuchttürme angesehen. Ich musste herausfinden wie es weiter geht. So sammelte ich für den späteren Innenraum Krabbennetze aus Neuharlingersiel, eine Schiffsglocke aus Cuxhaven und beim WSA Cuxhaven bekam ich durch einen glücklichen Zufall ein Seetonnenlampe für kleines Geld. Ein Steuerrad aus Hameln dank Heinz Meier und Schiffslaternen.

Im Frühjahr 2011 – Urlaub oder Filme die zu machen waren standen nicht zu Verfügung. So entstand dann die Idee. Wolfgang Fox gab den entscheiden Hinweis. Es musste ein Platte her, auf der man sich aufhalten konnte. 4 m im Durchmesser und auf die das Licht gestellt werden sollte. Alles sollte eine Höhe haben, die ich mit eigenem Gabelstapler erreichen konnte.

Dank Jochen Venter wäre das Oberteil nicht so schnell fertig geworden. Didi war mit den Änderungen des Oberteils beschäftigt. Janosch half ihm dabei, Manfred der gerade eine schwere Krankheit überstanden hatte half bei den Spezialarbeiten. Siegmar und ich waren bei Venter und mussten ja unbedingt beim Schweißen malern danach habe ich dann die Nacht in der Augenklinik verbracht (Augen verblitzt Aua sag ich nur). Siegmar reichte die dunkle Sonnenbrille alles gut ausgegangen.

Nachdem ich das Oberteil abgenommen hatte dauerte es noch 2 Tage (leichter Regen, Kalt) bis das Oberteil ausgerichtet war 2,5 t lassen sich nicht so einfach hin und her schieben. Nun durch Führungsbleche und Aufnahmelöcher kann das Oberteil in kurzer Zeit abgenommen werden.

Die Wendeltreppe die uns außen nach oben bringt ,wurde auch bei Venter um einen Meter verlängert. Meinen großen Dank an das Team Venter! Die Turmumrandung ist aus einem alten Rosengitter hergestellt worden und die Anker hat Jochen ausbrennen lassen.

Nun war noch ein Neuanstrich fällig. Die Zeit war günstig. Bin manchen Abend in der Wanne wieder aufgetaut. Zum Innenraum gibt es zu sagen – so ein Krabbennetz auf so engem Raum aufzuhängen hat mich 2 Tage gekostet. Janosch ist dann bald geflüchtet.

Als letzte Baumaßnahme kam noch eine Treppe hinzu, die Didi und Janosch aus altem Eisen zusammengebaut haben.
Manfred und Siegmar haben uns mit Grillgut versorgt. Lecker! Nach nun 4 Wochen Bauzeit sind 50 kg Farbe und etliche Tonnen Eisen verarbeitet worden. Ich danke allen für Ihren Geist ,die Ideen und Bemühungen und den Spass den wir zusammen hatten.

Mein großer Dank geht an meinen Vater Willi, Peter, Didi, Fritz, Günter, Siegmar, Janosch, Jan, Manfred, Jochen und seinem Team.
Ich denke, dass haben wir ganz gut fürs erste Mal hinbekommen ,was kommt dann ?

Frank Klingenberg, 53 Jahre
Seelze den 6.3.2011